Bin ich eigentlich paranoid?

Vorgestern Abend waren meine Freundin und ihr Freund bei uns. Nachdem ich Baby Fuchs ins Bett gebracht hatte,tranken wir noch ein Bier. Ich musste mindestens alle Viertelstunde ins Schlafzimmer nebenan gehen und gucken, ob es Baby Fuchs gut geht. Ob Baby Fuchs noch atmet. Oder zumindest den Papa gucken schicken.
Meine Freundin so zu mir: „Jetzt mal nicht paranoid werden, bitte.“.

Normalerweise gehe ich gleichzeitig mit ihm ins Bett, wo ich dann noch lese, oder erledige noch ein paar Sachen, bin dann aber dauernd im Zimmer. Wenn nicht, werde ich total unruhig. Ich muss wirklich dauernd nachschauen, lauschen, fühlen, ob er noch atmet, wenn er so tief schläft. Ob er zu warm ist und nichts über sein Gesicht rutschen kann.

Ich habe total Angst vor dem plötzlichen Kindstod, seit uns eingebleut wurde, was man alles tun/nicht tun soll, um das Risiko zu minimieren. Das befolgen wir auch ganz gut. Aber das Risiko sitzt mir ständig im Nacken. Etwa 0,04% der Babys trifft es. Das ist jedes 2.500ste.

Bin ich paranoid?
Oder geht es anderen Müttern auch so?

Schon während der Schwangerschaft war ich mir bis zur Geburt nicht wirklich sicher, dass ich ein gesundes Baby auf die Welt bringen werde. Zuerst die berühmten 12 Wochen, in denen ein recht hohes Fehlgeburtsrisiko besteht. Am liebsten wollte ich noch niemandem erzählen, dass ich schwanger bin und mich selbst in Watte packen. Dann hab ich die Tage gezählt bis zur 22-Wochen-Hürde, ab der Babys bei Frühgeburt eine Überlebenschance haben.  Dann nicht warten können bis zur 36. Woche, ab der Babys reif genug für eine normale Geburt sind. Die ganze Zeit gedacht, es könnte was passieren. Horrorszenarien im Kopf gehabt, aber stets das beste gehofft. Was mich dazu angeleitet hat, sehr vernünftig zu sein und sehr achtsam mit mir und meinem Baby umzugehen. Und siehe da, ich habe ein kerngesundes, zufriedenes Baby auf die Welt gebracht.

Mögen die Leute mich auch paranoid nennen, ich denke, diese Eigenschaft werde ich nicht ablegen können und wollen. Sie macht mich achtsam und fürsorglich. Sie gibt mir das Gefühl, dass ich mein bestes gebe. Das ist mir sehr wichtig. Und ich lauf lieber noch ein fünftes Mal zurück ins Zimmer oder setz mich halt neben ihn und bin entspannt, anstatt mich die ganze Zeit schlecht zu fühlen.

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