Was mich eigentlich dazu bewegt hat, diesen Blog zu starten

Der heutige U4 + 1. Impfung-Termin.

Ich glaube, heute begreife ich zum ersten Mal, was es wirklich bedeutet, Mama zu sein.

Verantwortung über ein Baby zu tragen.

Wichtige Entscheidungen zu treffen oder treffen zu müssen, mit denen wir dann leben müssen. Nicht nur ich selbst.

 

Um das ganze zu reflektieren und vielleicht mit der Welt der Mama-Blogs zu teilen, schreibe ich hier.

 

Als mein Kleiner bei der Impfung zu schreien begann, fiel es mir schwer, meine eigenen Tränen zurückzuhalten. Auch als kurz davor bei der U4 etwas nicht stimmte, wäre ich am liebsten in Tränen ausgebrochen.
Aber nein, ich bin hier jetzt nicht mehr das Baby. Ich bin hier die Mama. Ich muss doch lernen, meinem Kind Sicherheit geben zu können. Damit fange ich jetzt an.

 

Bisher hat mein Sohn bei den Untersuchungen stets einen prima Eindruck gemacht. Und auch sonst sind immer alle Freunde und Verwandten begeistert davon, wie toll er entwickelt ist. In letzter Zeit besonders, wie sehr er schon kommuniziert, grinst, lacht, brabbelt, Sachen erkundet, etc.
Heute bei der U4 wurde ich zum ersten Mal mit nicht so rein positiver Resonanz überrascht.

Frohen Mutes, dass der Arzt nur so stauen wird, wie toll mein Baby entwickelt ist und wie gut seine vorher milchschorfübersäte Haut geworden ist, ging ich in die Praxis. Über die super tolle Haut staunte der Arzt auch wirklich und mein Baby scheint auch gesund zu sein. Puuh, da fällt mir immer ein Stein vom Herzen.

Dann machte der Arzt noch ein paar Beweglichkeits-Tests, unter anderem legte er mein Baby auf den Bauch. Dabei hebt der kleine Monsieur zwar schon ganz toll seinen riesigen Kopf (der sich mit 42 cm Umfang an der obersten Grenze des Normalen bewegt… ja, ich Arme.) Allerdings schafft er es noch nicht, seine Arme zum Aufstützen zu benutzen.
Ich wusste nicht einmal, dass er das schon können sollte.
Ehrlich gesagt, dachte ich, dass es super toll ist, dass er den Kopf überhaupt schon halten kann… Da wurde ich dann eines besseren belehrt. Zur Krankengymnastik bzw. Physiotherapie muss er. Damit er “ein paar Anstupser bekommt, sich im Rahmen des Normalen zu entwickeln”.
Schluck.
Hab ich da irgend etwas nicht mitbekommen? Hängt mein Baby jetzt hinterher?
Er wurde immerhin 17 Tage zu früh geboren. Er ist mit 15 Wochen schon 61 cm lang und wiegt 6120 Gramm. Er hält seinen Kopf über längere Zeiträume. Er lässt sich an den Armen zum Sitzen hochziehen mit eigener Kopfkontrolle und freut sich jedes Mal, wenn man ihn hinsetzt. Er macht Brabbel-Sabber-Bläschen. Er kann ganz viele verschiedene Geräusche in verschiedenen Lautstärken machen. Er lacht schon manchmal mit Ton. Er erkundet alles, was er findet mit Händen, Augen und Mund. Ich finde das sehr beachtlich und weit entwickelt.
Hab ich da eine verzerrte Mama-rosa-Brillen-Wahrnehmung?

Ich versuche, das mit der Physiotherapie positiv zu sehen. Da können wir sicher viele Tipps für seine motorische Entwicklung mitnehmen. Und schaden wird es wohl nicht.  Gut, vielleicht braucht er da wirklich ein paar Anstupser. Ich kann es offensichtlich nicht wirklich beurteilen. Ich wusste nicht, dass er das schon können soll. Ich wusste nicht, dass ich das mit ihm schon hätte üben sollen. Ich fühl mich total hohl und schuldig.

 

Jetzt hoffe ich nur, dass ich ihn halbwegs fieberfrei durch die Nacht bringe. Vor dem Einschlafen war er bei 38,2°C.

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